
Neuroplastizität: Wie Kort.X dein Gehirn durch Bewegung fordert
Kann man sein Gehirn wirklich trainieren?
Die kurze Antwort lautet:
Ja – unser Gehirn kann sich verändern und an neue Anforderungen anpassen.
Diese Fähigkeit nennt man Neuroplastizität.
Das Wort klingt zunächst ziemlich wissenschaftlich. Das Prinzip dahinter ist aber erstaunlich einfach:
Unser Gehirn verändert sich durch das, was wir tun, lernen und regelmäßig wiederholen.
Genau hier setzt auch das Kort.X Gehirntraining an.
Dabei werden Bewegung, Wahrnehmung, Koordination und Denkaufgaben miteinander kombiniert. Das Gehirn bekommt Aufgaben, die nicht immer nach demselben bekannten Muster ablaufen.
Es muss reagieren.
Es muss Lösungen finden.
Und es muss lernen.
Stell dir dein Gehirn wie ein Wegenetz vor
Stell dir vor, du gehst durch eine hohe Wiese.
Beim ersten Mal gibt es keinen Weg. Du musst dir deinen Weg erst suchen.
Gehst du am nächsten Tag wieder dieselbe Strecke, erkennst du vielleicht schon einige Spuren.
Nach mehreren Tagen entsteht ein kleiner Pfad.
Je häufiger du diesen Weg benutzt, desto deutlicher wird er.
Vereinfacht kann man sich Lernen im Gehirn ähnlich vorstellen.
Wenn wir etwas Neues lernen, arbeiten bestimmte Nervenzellen und Netzwerke miteinander.
Durch Übung und Wiederholung können diese Abläufe effizienter werden.
Was anfangs viel Konzentration benötigt, fällt uns mit der Zeit leichter.
Genau diese Anpassungsfähigkeit ist ein Teil der Neuroplastizität.
Unser Gehirn verändert sich ein Leben lang
Besonders stark entwickelt sich das Gehirn natürlich während der Kindheit.
Aber die Fähigkeit zu lernen endet nicht mit dem Erwachsenwerden.
Auch später können wir:
neue Bewegungen lernen,
unsere Koordination verbessern,
neue Fähigkeiten entwickeln,
neue Strategien ausprobieren,
Bewegungsabläufe automatisieren,
uns an unbekannte Situationen anpassen.
Das passiert zum Beispiel, wenn du eine neue Sportart lernst, ein Instrument spielst, tanzt oder eine ungewohnte Koordinationsaufgabe ausführst.
Dein Gehirn bekommt dabei eine wichtige Botschaft:
„Das kenne ich noch nicht. Finde eine Lösung.“
Und genau das macht neue Aufgaben für unser Gehirn interessant.
Warum Bewegung auch Gehirntraining sein kann
Bei Bewegung arbeitet nicht nur unsere Muskulatur.
Das Gehirn ist ständig beteiligt.
Stell dir eine ganz einfache Übung vor:
Du wirfst einen Tennisball von einer Hand in die andere.
Was einfach aussieht, verlangt bereits mehrere Leistungen gleichzeitig.
Dein Gehirn muss:
den Ball mit den Augen verfolgen,
Geschwindigkeit und Flugbahn einschätzen,
die Hände richtig positionieren,
Kraft und Bewegung dosieren,
den richtigen Zeitpunkt zum Fangen bestimmen,
Fehler erkennen und die nächste Bewegung anpassen.
Jetzt nimm einen zweiten Tennisball dazu.
Plötzlich steigt die Herausforderung.
Stellst du dich zusätzlich auf eine instabile Unterlage oder bekommst eine Denkaufgabe dazu, muss dein Gehirn noch mehr Informationen gleichzeitig verarbeiten.
Aus einer einfachen Bewegung wird eine komplexe Aufgabe für Kopf und Körper.
Genau hier setzt Kort.X an
Beim Kort.X Gehirntraining werden Bewegungsaufgaben gezielt mit zusätzlichen Anforderungen kombiniert.
Das können beispielsweise Aufgaben für:
Koordination,
Gleichgewicht,
Reaktion,
Aufmerksamkeit,
Wahrnehmung,
Orientierung,
Gedächtnis
sein.
Der entscheidende Punkt ist:
Die Aufgabe soll nicht einfach nur abgespult werden.
Das Gehirn soll immer wieder reagieren und sich auf neue Situationen einstellen.
Eine bekannte Bewegung kann beispielsweise durch eine zusätzliche Denkaufgabe plötzlich ganz anders wirken.
Genau diese Kombination gefällt mir an Kort.X besonders.
Man trainiert nicht ausschließlich den Körper und man sitzt auch nicht nur vor einer Denkaufgabe.
Kopf und Körper arbeiten gemeinsam.
Das Gehirn braucht Herausforderungen – aber keine Überforderung
Für effektives Lernen muss eine Aufgabe nicht extrem schwierig sein.
Im Gegenteil.
Wenn eine Übung viel zu schwer ist, entsteht schnell Frust.
Ist sie dagegen viel zu einfach, fehlt die Herausforderung.
Interessant wird es in dem Bereich dazwischen:
„Ich kann die Aufgabe schaffen – aber ich muss mich konzentrieren.“
Genau dort passieren häufig Fehler.
Und Fehler sind beim Lernen nichts Schlechtes.
Sie liefern unserem Gehirn Informationen.
Der erste Versuch funktioniert nicht.
Also verändert das Gehirn die Strategie.
Die nächste Bewegung wird angepasst.
Wir probieren erneut.
Lernen entsteht nicht dadurch, dass immer alles perfekt funktioniert.
Lernen entsteht auch dadurch, dass wir ausprobieren und korrigieren.
Warum Abwechslung beim Gehirntraining wichtig ist
Wiederholung ist wichtig.
Aber immer exakt dieselbe Aufgabe zu wiederholen, ist nicht automatisch die beste Herausforderung für das Gehirn.
Man kann eine bekannte Übung mit kleinen Veränderungen sofort interessanter machen.
Zum Beispiel:
die dominante Hand wechseln,
die Bewegungsrichtung verändern,
schneller oder langsamer werden,
einen zweiten Ball verwenden,
auf einem Bein stehen,
Zahlen rückwärts aufsagen,
Farben oder Zeichen berücksichtigen,
auf ein akustisches Signal reagieren.
Die Grundbewegung bleibt vielleicht ähnlich.
Aber das Gehirn muss sich neu organisieren.
Genau diese kleinen Veränderungen setzen neue Reize.
Probier es selbst aus: Eine einfache Gehirntraining-Übung
Du brauchst dafür zwei Tennisbälle.
Stufe 1
Nimm in jede Hand einen Tennisball.
Wirf beide Bälle gleichzeitig leicht nach oben und fange sie wieder mit derselben Hand.
Mach das einige Male.
Stufe 2
Wirf die Bälle gleichzeitig hoch und versuche, sie mit der jeweils anderen Hand zu fangen.
Stufe 3
Während du die Aufgabe ausführst, zählst du laut von 20 rückwärts.
Stufe 4
Wenn auch das funktioniert, kannst du versuchen, währenddessen auf einem Bein zu stehen.
Du wirst wahrscheinlich schnell feststellen:
Die einzelnen Aufgaben sind gar nicht unbedingt schwierig.
Die Kombination macht den Unterschied.
Beobachte dich dabei
Es geht bei dieser Übung nicht darum, möglichst viele Wiederholungen fehlerfrei zu schaffen.
Achte lieber darauf, was passiert.
Wann musst du dich stärker konzentrieren?
Welche zusätzliche Aufgabe bringt dich aus dem Rhythmus?
Welche Seite fällt dir leichter?
Was passiert, wenn du einen Fehler machst?
Wird die Aufgabe nach mehreren Versuchen einfacher?
Diese Beobachtungen machen sehr schön sichtbar, wie anpassungsfähig unser Gehirn ist.
Was bringt mir Gehirntraining im Alltag?
Viele Fähigkeiten, die wir beim Gehirntraining benötigen, brauchen wir auch im täglichen Leben.
Dazu gehören beispielsweise:
Aufmerksamkeit
Informationen wahrnehmen und bei einer Aufgabe bleiben.
Koordination
Bewegungen sinnvoll planen und ausführen.
Reaktion
Eine Veränderung wahrnehmen und darauf reagieren.
Orientierung
Den eigenen Körper und die Umgebung richtig einschätzen.
Anpassungsfähigkeit
Eine Strategie verändern, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert.
Gehirntraining bedeutet deshalb für mich nicht, einfach möglichst viele Denkaufgaben zu lösen.
Es bedeutet, unser Gehirn immer wieder vor neue, lösbare Herausforderungen zu stellen.
Und Bewegung bietet dafür unglaublich viele Möglichkeiten.
Das Wichtigste in Kürze
Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit unseres Gehirns, sich durch Erfahrungen und Lernen zu verändern und anzupassen.
Dafür sind einige Dinge besonders interessant:
Neues ausprobieren
regelmäßig üben
Bewegungen verändern
Wahrnehmung und Bewegung kombinieren
Denkaufgaben ergänzen
Fehler zulassen
den Schwierigkeitsgrad schrittweise erhöhen
Genau diese Prinzipien begegnen uns auch beim Kort.X Gehirntraining.
Dabei geht es nicht darum, jede Aufgabe sofort perfekt zu können.
Ganz im Gegenteil.
Wenn du kurz überlegen musst, einen Fehler machst und eine neue Lösung findest, passiert etwas Entscheidendes:
Dein Gehirn arbeitet.
Möchtest du Kort.X selbst ausprobieren?
Lesen und Verstehen ist der erste Schritt.
Noch spannender wird es, wenn du selbst spürst, wie sich eine zunächst einfache Bewegung verändert, sobald Wahrnehmung, Koordination und Denken gleichzeitig gefordert werden.
Bei Hollaus Movement kannst du Kort.X Gehirntraining kennenlernen und selbst ausprobieren.
Training mit Kopf & Körper.
Wie geht es in der nächsten Woche weiter?
Im nächsten Beitrag schauen wir uns einen besonders spannenden Bereich unseres Gehirns genauer an:
den präfrontalen Kortex.
Er spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei Aufmerksamkeit, Planung und Entscheidungen.
Wir werden uns ansehen, warum er bei vielen Kort.X Übungen besonders gefordert wird – und was das mit unserem Alltag zu tun hat.
